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Klaus Rainer Röhl im Gespräch: „Links ist dumm!“

16.04.2012, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/7_Klaus_Rainer_Rhl_im_Gesprch_Links_ist_dumm
 
Klaus Rainer Röhl (Quelle + &copy: K.R. Röhl)
Klaus Rainer Röhl (Quelle + ©: K.R. Röhl)
Der Publizist Klaus Rainer Röhl sprach mit uns über seine Jugendsünden im linksradikalen Milieu, seinen Schwenk hin zum National-Liberalen, seine Position „Links ist ein Mangel an Information“, Umerziehungsstrategien und die Frankfurter Schule. Scharfsinnig rechnet Röhl mit der linken Lebenslüge ab.
gegenArgument: Als ehemaliger Vertreter der „Neuen Linken“ in den 60er und 70er-Jahren wandelten Sie sich zu einem nationalliberalen Mitglied der Freien Demokraten (FDP). Ihr Einsatz für nationale Belange in Ehren, Herr Röhl. Aber weshalb traten Sie dann 1956 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei, einer Partei, die sich doch eher dem proletarischen Internationalismus als der deutschen Nation verbunden fühlte?
Röhl: Das ist aus heutiger Sicht nicht leicht zu verstehen! Der KPD trat ich spontan als Reaktion auf ihr 1956 ausgesprochenes Verbot bei, ich bin gegen Parteiverbote in einer Demokratie! Zweitens: Ich war in den 1950er Jahren Mitstreiter einer kleinen kommunistischen Hochschulgruppe in Hamburg, bestehend aus sieben Mann. Die Studentenschaft war übrigens beherrscht von Studentenverbindungen und von Christlichsozialen, ganz wenige waren SPD-Mitglieder, der Zeitgeist blies mir voll ins Gesicht! Ähnlich wie heute, nur blies er damals aus einer anderen Richtung. Drittens: KPD und SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) waren in den 50er Jahren keineswegs antinational, im Gegenteil! Die wichtigste Antwort ist aber wohl: Zeitlebens war ich immer unangepaßt oder, wenn Sie so wollen, ein Widerspenstiger, ein Oppositioneller – und das ist so geblieben.
gegenArgument: Heute schreiben Sie in Ihren Büchern „Links sein ist Mangel an Information“ oder gar: „Links ist dumm!“ Wie begründen Sie dieses Urteil gegen eine politische Richtung, der Sie ja selbst jahrzehntelang angehörten?
Röhl: Das ist das Ergebnis von „Mein langer Marsch durch die Illusionen“, so der Titel eines meiner letzten Bücher. Mir wurde immer klarer, daß der linke Radikalismus keine sehr durchdachte Haltung war, und ich stehe zu meinen aktuellen Äußerungen „taz (= linke Tageszeitung) macht dumm“ oder „Kommunismus ist dumm“. Sehen Sie, das ist eine Erfahrung, die sich bei mir in über 35jähriger Tätigkeit bei den Genossen so ergeben hat. Immer war es so, daß mangelndes Nachdenken dazu führte, sich links zu engagieren – und inzwischen ist das ja zur Ehrensache geworden, links zu ticken. Ich bin ein aufmerksamer Beobachter aller „linken Struppis“, wie wir sie einmal in meiner Zeit bei Konkret (= linkes Studentenmagazin) genannt haben, d. h. die mit den langen Haaren, von denen wir meinten, daß sich dieser Wildwuchs vom Kopf auch ins Hirn fortsetzt und dort nur Unsinn gebiert.
gegenArgument: Jetzt polemisieren Sie gegen Ihre Jugendsünden ganz schön heftig …
Röhl: Polemos heißt Krieg bzw. Kampf. Wir befinden uns in einem politischen Krieg gegen die Linke. Die meisten Äußerungen, die heute so als linker Mainstream daherkommen, sind, im Grunde genommen seit der Französischen Revolution, nicht durchdacht und berücksichtigen nicht die Wirklichkeit der Menschen – und das nenne ich einfach dumm. Links ist dumm – und macht dumm. Das ist keine Beschimpfung, sondern nur die exakte Beschreibung.
gegenArgument: Können Sie sich an Ihre Hamburger Kommunistengruppe zurückerinnern?
Röhl: Ja, sehr genau. Wie mein damaliger Freund und Genosse, der mich zum Kommunismus gebracht hat, er heißt Siegfried Burmester und lebt auch noch und hat auch ein Buch geschrieben. Er ist nach der Wende im Ost–West-Handel reich geworden und wohnt im feinsten Viertel Berlins. Alle damaligen sieben Genossen sind übrigens heute sehr vermögend und zufrieden, und nur ich bin Kleinrentner und ein armes Schwein. „Links“ zu sein, war für die meisten eine Emotion, ein starkes Gefühl, für eine gerechte Sache zu stehen. Die meisten meiner Hamburger Genossen waren theoriemarxistisch ganz ungebildet, kaum einer hatte „Das Kapital“ oder irgendeinen Klassiker gelesen. Ganz anders als die Studenten, die auf uns angesetzt waren, um uns zu entlarven oder mit uns zu diskutieren; diese waren bestens geschult und entsprechend motiviert.

Unsere Leute dagegen wären wahrscheinlich gar nicht Kommunisten geworden, wenn sie das „Kommunistische Manifest“ durchgearbeitet hätten oder gar die dicken Wälzer von Marx und Engels. Eher kannte man die Wirklichkeit der Nachkriegszeit, die viele junge Leute prägte. Das war die sogenannte „Ohne-Mich-Generation“. Sie lehnte in großer Zahl die allgemeine Wehrpflicht ab und die damit zusammenhängende Wiederbewaffnung. Wir hatten nämlich noch den grauenhaften Gefechtslärm des Zweiten Weltkrieges in den Ohren! Diese Anti-Haltung entsprang bei mir und bei meinen Freunden wie nicht primär einem Antifaschismus oder etwa ideologischen Prämissen. Sie war die Frucht einer stark pazifistischen Grundstimmung im Atomwaffenzeitalter. Und Kommunist war man, weil man Brecht liebte. Ich habe das einmal so beschrieben: Die Genossinnen und Genossen lasen Bert Brecht und hörten seine Songs und wurden eher zu Kommunisten beim Hören der Brecht-Songs als bei der Lektüre des „Kapitals“ oder des „Kommunistischen Manifests“!
gegenArgument: Nun haben Sie sich ja schon vor Jahrzehnten von diesem linksradikalen Milieu getrennt und stehen auf einer anderen Seite, also „rechts“. War das ein schleichender Prozeß, eine stufenweise Einsicht in die Absurdität linker Luftschlösser oder gab es ein Schlüsselerlebnis?
Röhl: Es gab mehrere Stationen, er vollzog sich sozusagen „ruckartig“, von Station zu Station. Eine wichtige Station war, daß sich in meiner eigenen Zeitschrift Konkret ein linker Putschismus entwickelte, der letzten Endes dazu führte, daß ich die Zeitschrift, meine Existenz, mein Haus und meine Familie zugleich verlor.

Eine zweite große Station war, daß sich die deutsche Gesellschaft im Zuge der neuen Ostpolitik zu sehr der Großmacht Sowjetunion anbiederte, was ich trotz meiner damaligen linken Grundhaltung als falsch ablehnte. Schließlich wurde mehr und mehr von den sowjetischen Kriegsverbrechen bekannt.

Später kam dann noch eine völlig willkürliche „Internationalisierung“ Deutschlands hinzu, die von unserer Regierung als angebliche Bedingung unserer Bündnismächte für die Wiedervereinigung deklariert wurde. Schlimm.

Und das letzte, was dann den entscheidenden Schlußpunkt setzte, war der Übergang von den großen Illusionen zu den großen Verbrechen: der Roten Armee-Fraktion (RAF), also der Gewaltanwendung gegen Menschen bis zum Mord! Und weil davon auch meine Familie betroffen war, war bei mir ab 1974 Feierabend.
gegenArgument: Herr Röhl, in vielen Ihrer Bücher gehen Sie auf die von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges im Nachkriegsdeutschland installierten Umerziehungsstrategien ein. Bei Ihnen erscheinen Kapitel-Überschriften wie „Die Exekution des Morgenthauplanes durch die Frankfurter Schule“, auch der Begriff „Anti-Germanismus“ taucht bei Ihnen auf …
Röhl: Ja, diese zeitgeschichtlichen Hintergründe tauchen bei mir deswegen immer wieder auf, weil die vielfältigen Erscheinungsformen der heutigen deutschen Selbstbehauptungsschwäche nur dadurch erklärbar sind. So rufe ich in meinem wichtigsten Buch „Verbotene Trauer“ (die 4. Auflage ist soeben erschienen) die Deutschlandpläne der Alliierten ab 1944 wieder in Erinnerung. Da gab es ja neben dem noch relativ bekannten Morgenthau-Plan, der Deutschland in eine Agrarwüste verwandeln sollte, auch noch den weniger bekannten Kaufman-Plan von 1943 (alle deutschen Männer und Frauen sollten sterilisiert werden), und es gab Pläne des US-amerikanischen Professors E. A. Hooton, der sich für eine Veränderung der biologischen Substanz (Hooton war Rassist!) via Einwanderung stark machte. Mit diesem Hooton-Plan sollte man sich aus aktuellen Gründen wieder verstärkt befassen und auch darüber nachdenken, denn das ist ja genau das, was heute mit »Multikulti« eingetreten ist.
gegenArgument: Und welche Rolle spielte dabei die Frankfurter Schule?
Röhl: Eine Schlüsselrolle in der Umerziehung der Deutschen, denn diese „reeducation“, die schon Caspar von Schrenck-Notzing in seinem Klassiker „Charakterwäsche“ ganz anschaulich beschrieben hat, konnte nur mit deutschen Mithelfern funktionieren! Und diese deutschen Unterstützer waren schon in der Frühphase Hitler-Deutschlands in die USA bzw. nach Frankreich emigriert und kehrten dann nach 1945 wieder nach Deutschland zurück und beteiligten sich führend an einer umfassenden »Um-Erziehung« der Deutschen. Alles interessante und intelligente Menschen, in meiner Neuerscheinung „Höre Deutschland – Wir schaffen uns nicht ab“ gehe ich auf einige Vertreter von ihnen ein. Sie waren oftmals im Krieg gegen Deutschland in Propagandaeinheiten der alliierten Armeen oder für die Nachrichtendienste der Siegerstaaten tätig, die ein politisches Nachkriegsziel verfolgten, nämlich: das deutsche Volk ein für allemal zu entmutigen und seine Identität als Nation zu stören bzw. zu zerstören. Und eben nicht nur, freiheitlich-rechtsstaatliche Verhältnisse in unserem Land wiederherzustellen. Und ihre Nachwuchskräfte, die 68er, wirken heute in den Mainstream-Medien im antinationalen Sinne weiter.
gegenArgument: Das heißt, die Hauptstoßrichtung dieser „Umerziehung“ zielte gar nicht primär auf die begrüßenswerte Wiederherstellung demokratisch-rechtsstaatlicher Verhältnisse nach 1945 ab, sondern, Herr Röhl?
Röhl: Auf die Verhinderung einer selbstbewußten Nation! Denn eine selbstbewußte Nation sähe anders aus als das, was wir zunächst durch Adenauer und später auch nach der Wiedervereinigung bekommen haben. Typische Erscheinungsformen dieser neurotisierten Nation sind z.B.: die ständige Angst unserer politischen und medialen Eliten vor jedem Stirnrunzeln im Ausland, wenn einmal berechtigte deutsche Interessen ausgesprochen werden, was ganz selbstverständlich auch auf Widerstand anderer Staaten stoßen muß, die ihre Interessen vertreten! Das ist doch absurd.

Ferner die übertriebene und auch völlig unmotivierten Anbiederung an alle sogenannten „Migranten“ auf Kosten der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Schon der Ausdruck „Migranten“ ist eine Propagandaformel. Ebenso wie das Schlagwort „ausländerfeindlich“. Es geht um Einwanderer oder Illegale; vorwiegend beruflich schlecht qualifizierte Armutsflüchtlinge aus mehrheitlich islamischen Ländern. Ausländerfeinde gibt es in Deutschland und auch in Österreich nicht. Niemand in Deutschland ist z.B. gegen einen Zuzug von gut ausgebildeten Ungarn, Finnen oder Indern.

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Kalenderblatt Datum: 16. April 2012
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