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www.gegenargument.at » Blog » Textbeitrag

Alle und alles korrupt?

von Helmut Müller
05.08.2012, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/75_Alle_und_alles_korrupt
 
© K.-U. Häßler - Fotolia.com
© K.-U. Häßler - Fotolia.com
„Korruptes Kärnten“ heißt es auf der Titelseite von Profil. Ganz Kärnten korrupt? Doch auch dieses Magazin, das bekanntlich für hohe moralische Ansprüche und objektive Berichterstattung erkannt werden möchte, weiß, daß Korruption keine Kärntner Erfindung ist, sondern bereits vor Jahrzehnten in Wien ihre mächtigsten Wurzeln geschlagen hat.
Insofern könnten Klagenfurts politische Zustände als eine Kopie jahrzehntelanger Wiener Gepflogenheiten gesehen werden und eignen sich daher wenig um auf die „Provinzler“ herabzusehen. Denn in Wien sind die „Laborbedingungen“ für Kungelei und Korruption um vieles perfekter eingespielt als in Kärnten oder sonstwo in Österreich. Was immerhin garantiert, daß nur ein Bruchteil von diesen gemeinschaftsschädigenden Praktiken hochkommt.

So gesehen ist Kärnten tatsächlich ein „Sonderfall“, Wien aber in dieser Hinsicht ein ausgesprochener Normalfall, so normal, daß man sich über die hier gepflogenen politischen Sitten und Bräuche (von der gewöhnlichen Bestechung bis zur großen Abzocke) gar nicht mehr aufregt, und wenn, dann werden nur einige wenige exemplarische, nicht mehr zu vertuschende, abgehandelt.

Mehr nach den Ursachen suchen

Natürlich gehören die moralisch und demokratiepoltisch verwerflichen Umtriebe in Klagenfurt geklärt und Recht gesprochen. Aber da, wie erwähnt, Korruption keine ausschließlich kärntnerische ist, wäre es nützlich, über den aktuellen Anlaßfall hinaus doch mehr allgemeine Ursachenforschung in Sachen Korruption (bzw. öffentliche Unmoral) zu betreiben und Hürden dagegen aufzustellen.

Das aber wird schwierig, da dies an die Substanz des Systems selbst rühren würde und außerdem die Motive für ethische und moralische Verwerfungen in philosophischen und ideologischen heiligen Kühen und nicht zuletzt in der so oft ignorierten menschlichen Natur zu finden wären. Ein heikles Thema.

Wucherndes Eigeninteresse statt Gemeinwohl

Deutlich sichtbar wird die moralische Schieflage in der Tatsache, daß eben das Gemeinwohl zusehends mehr von wuchernden Eigeninteressen überlagert wird. Nichts gegen solche Interessen, wenn aber diese das Gemeinwohl zu schädigen beginnen, und das ist bei Korruption im öffentlichen Bereich der Fall, dann brennt der Hut im Staate.

Ohne nun auf die tieferen Ursachen eines moralischen Verfalls näher einzugehen, muß festgestellt werden, daß, abgesehen von einem entarteten repräsentativen politischen System und dessen inzwischen erschütterten Wertefundament, eines der Übel im jeweils bevorstehenden Zahltag der nächsten Wahl zu orten ist. Da bleiben kein Platz und keine Zeit für geistige und moralische Besinnung, gar Erneuerung.

So gesehen darf man sich für die nächste Wahl, sei es in Kärnten oder bundesweit, auf einiges gefaßt machen. Um das Gemeinwohl wird es garantiert keiner der etablierten Parteien dabei gehen.

Dabei wäre es gar nicht so schwierig einzusehen, daß ein richtig verstandenes Gemeinwohl ein Garant für alle berechtigten Eigeninteressen sein könnte. Denn kurzfristiges egoistisches Handeln schadet am Ende sowohl dem Ganzen wie auch dem von Gier getriebenen Individuum selbst.

Was habe ich davon?

Was habe ich oder meine Partei davon? ist eine heute übliche und akzeptierte Frage. Nicht daß sie üblich ist, sondern daß sie bereits als etwas Normales akzeptiert wird, ist das Schlimme daran. Auf Regierungsebene führt dies selbstverständlich zur uferlosen Korruption der Macht, sei es durch rote oder schwarze Parteisoldaten oder blaue Karrieristen, und in der Folge eben zu „absolutem Machtmißbrauch“ (Lord Acton).

Medien berichten nach Belieben

Um solchem Machtmißbrauch vorzubeugen hätten die Medien die Pflicht, ohne Ansehen der Person oder der Partei, bei geringstem Anlaß oder Verdacht rechtzeitig Alarm zu schreien. Das geschieht ganz offensichtlich nicht oder nicht im gewünschten Ausmaß, denn sonst hätten Klagenfurter oder Wiener Verhältnisse gar nicht so weit treiben können.

Da drängt sich doch der Verdacht auf, daß es mit der Unabhängigkeit und Lauterkeit der Medien nicht weit her ist, und erst wenn es zu spät ist, der „Fait accompli“ Schlagzeile macht. Man ist durchaus kein Schelm, wenn man sich dabei etwas Schlechtes denkt.

Weblinks (1)

Helmut Müllers Klartext-BlogHelmut Müllers Klartext-BlogExtern
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Kalenderblatt Datum: 5. August 2012
Autoren-Person
Autor:
Helmut Müller
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in:
Politik
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George Bernard Shaw (1856 – 1950)