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Offene Worte zum Afghanistan-Desaster

22.07.2012, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/68_Offene_Worte_zum_Afghanistan-Desaster
 
Am Hindukusch geht es nicht um „Freiheit und Demokratie“
Am Hindukusch geht es nicht um „Freiheit und Demokratie“
Kampf gegen den Terrorismus, Beseitigung der Talibanherrschaft, Niederringung von Al Qaida, Demokratieexport, Menschenrechte, Wirtschaftsaufschwung dienten der „Allianz der Willigen“ als Legitimation für ihren Kriegszug. Doch nach über zehn Jahren am Hindukusch sind noch nicht einmal Sicherheit und Stabilität hergestellt. Und die USA offenbaren so langsam ihre wahren Kriegsziele!
In der Zeitschrift „loyal – Magazin für Sicherheitspolitik“ (Nr. 03/2012) veröffentlichte Albert A. Stahel, Professor für Strategische Studien an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, einen geopolitischen Text über „Westliche Strategien“ in Afghanistan. Hierin findet Stahel offene Worte über das Scheitern der amerikanischen und alliierten Strategien und legt profund Kenntnis über das militärische Wiedererstarken der „Führungs- und Einsatzstruktur der Taliban im Süden“ ab.

Wiedererstarken der Taliban

Der geopolitische Experte Stahel zeigt auf, inwiefern der zehnjährige Militäreinsatz der „Westlichen Wertegemeinschaft“ die islamistischen Strukturen nicht zu zerstören imstande war. „Immer noch führt Mullah Omar von Quetta aus, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Belutschistan, die Taliban an. Das Haqqani-Netzwerk ist weiterhin in der Lage, aus dem pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan heraus Anschläge in Afghanistan zu verüben. Weil sich die USA dennoch bis 2014 weitgehend zurückziehen wollen, sucht die Obama-Regierung nach einem politischen Ausweg aus dem Dilemma. Ohne eine Gegenmaßnahme könnte es sein, daß die Taliban 2014 wieder die Macht an sich reißen.“

Denn: „Insgesamt verfügen die Quetta-Shura der Taliban von Mullah Omar, das Haqqani-Netzwerk in Nord-Waziristan und die Hizbe-Islami des paschtunischen Kriegsherren Gulbuddin Hekmatyar in Peschawar Schätzungen zufolge über bis zu 29.000 gut ausgebildete und ausgerüstete Kämpfer.“

Neue Strategie hinter den Kulissen

Der von Stahel angedeutete Ausweg für die USA liegt nunmehr in einer Neuausrichtung der geopolitischen Ziele. Mit der Kabuler Marionetten-Regierung um Karsai soll ein noch geheimes Stationierungsabkommen abgeschlossen werden, wodurch den USA auch nach 2014 zwei Militärbasen – „Shindand“ im Westen, „Bagram“ im Osten“ – zugesichert wären.

Auch hierzu äußert sich der Züricher Professor mit offenen Worten: „Shindand soll nach dem Verlust des Irak als Operationsplattform im Westen nun von Osten aus die Unterwanderung und verdeckte Operationen gegen den Iran ermöglichen. Bagram könnte zur Eindämmung Chinas dienen, etwa durch die fortdauernde Stationierung von Kampfflugzeugen. Gleichzeitig wären aus Bagram über das an China grenzende Wakhantal in der Provinz Badachschan verdeckte Operationen im chinesischen Sinkiang denkbar. Von dort aus könnten Aufstände der renitenten Minderheit der Uiguren im Reich der Mitte befeuert werden. Das Wissen darum haben die USA in den vergangenen 20 Jahren mit der Finanzierung von Demonstrationen und Erhebungen auf dem Balkan und im Osten Europas gesammelt.“

Wahre Kriegsziele

In den gleichgeschalteten Medien der westlichen Welt sind derlei schonungslose Analysen der faktischen Lage im Kriegsgebiet Afghanistan rare Ausnahmen. Noch seltener sind allerdings die Aussagen über die „wahren“ Kriegsziele der amerikanischen Führung, die in Stahels abschließenden Sätzen ihren Höhepunkt finden:

„Trotz des allmählichen Rückzugs der Nato-Truppen bleibt der Eindruck, die USA wollten gar keinen Frieden, sondern ihre wichtigsten Stützpunkte in Afghanistan für die kommenden Auseinandersetzungen mit dem Iran und China festigen. Gleichzeitig, so hat es den Anschein, sichern sie sich mit Afghanistan einen wichtigen Opium- und Heroinproduzenten und damit die finanzielle Beteiligung an einem illegalen Geschäft, von dem sie offensichtlich profitieren.“

Also, wieder einmal „Demokratie und Menschenrechte“ als Vorwand für eiskalte wirtschaftliche und machtpolitische Interessen!
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Kalenderblatt Datum: 22. Juli 2012
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International
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Joseph Joubert, französischer Moralist (1754 – 1824)