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Leitls Eigentore „für“ Österreich

19.06.2012, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/49_Leitls_Eigentore_fr_sterreich
 
140-Spanien-Jugednarbeitslosigkeit.jpg
Kaum waren die neuesten Zahlen über die besorgniserregende Jugendarbeitslosigkeit in Spanien (offiziell 50 %!) gemeldet worden, gab es schon von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl einen Lösungsvorschlag dazu: mehr junge Spanier nach Österreich, um den Facharbeitermangel in Österreich zu beheben!
Eigentlich, müßte man denken, EUphoriker und Bundesstaatsfetischisten wollen, daß alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gleichgut funktionierende Wirtschaften und ein ordentliches Wirtschaftswachstum sowie wenig Arbeitslosigkeit haben. Besonders bei den international denkenden und ebenso agierenden Wirtschaftsverbänden müßte man davon ausgehen, daß es keine „nationale Engstirnigkeit“ gibt, wie dieselben das sonst immer anderswo anprangern. Doch in puncto Arbeitskräfte denken Leitl & Co. ganz egoistisch. Dies wurde bei seinen Äußerungen zur Arbeitsmarktfrage nun deutlich.

Denn die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) startete jüngst stolz eine Rekrutierungsinitiative für Fachkräfte in EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit. Eine Begründung dafür hat Mr. Leitl natürlich auch parat: Der Fachkräftemangel hierzulande sei eine Bremse des Wirtschaftswachstums.

Und letzteres ist bekanntlich der Fetisch der Wirtschaftsbosse schlechthin! Alles muß wachsen, wachsen und noch mehr wachsen. Und dafür fischt man auch gerne in internationalen Gewässern wie etwa in dem von hoher Jugendarbeitslosigkeit geplagten Spanien. Zur Begründung für dieses Ansinnen wird angeführt, daß der Bedarf „nicht alleine im Inland gedeckt werden“ könne.

Was Spanien nicht bietet, nimmt man den Iren

Es gleicht einem rücksichtlosen Raubzug an Humanressourcen, wie Wirtschaftsbosse gerne abfällig Arbeitnehmer bezeichnen, den die WKÖ vorhat. Stolz präsentiert sie auf ihrer Internetseite das Vorgehen zur erfolgreichen Rekrutierung fremder Fachkräfte.

Die „Headhunter“ suchen gezielt nach Humanressourcen: „In Spanien etwa ist das Potential an gut ausgebildeten Absolventen von technischen Fachhochschulen oder Universitäten, die vor Ort keine Jobs finden, sehr hoch. Fertig ausgebildete Lehrlinge sind dort hingegen – auf Grund eines fehlenden Dualen Ausbildungssystems – nicht zu finden. Fachkräfte aus diesem Bereich könnten aber in anderen Ländern, die ein vergleichbares Ausbildungssystem haben – zum Beispiel Irland –, gefunden werden.“

„Selektiert“ uns rücksichtsloser Raubzug

Man spricht auch frank und frei davon, „Erstgespräche mit angemeldeten, vorselektierten spanischen Fachkräften führen“ zu wollen. Der aufgeklärte Staatsbürger wundert sich, ist doch die Bezeichnung „Selektion“ in Zusammenhang mit Menschen ein angebliches Unwort aus der düsteren NS- & KZ-Zeit. Für WKÖ & Co. anscheinend aber kein Problem!

Welch Wahnsinnswerk die WKÖ vollbringt, müßte eigentlich jeder verantwortlich handelnde Europäer rasch erkennen. Der spanische Arbeitsmarkt wird rücksichtlos leergefischt – die am besten ausgebildeten Leute, wenn auch momentan arbeitslos, werden weggelockt. Man hat nur den Profit der eigenen Unternehmer im Sinn.
Natürlich, könnte man sagen, nützt dies auch der heimischen Wirtschaft. Doch damit entsteht auch ein Verdrängungswettbewerb. Österreichische Fachkräfte bekommen mehr Konkurrenz und haben ihrerseits womöglich das Nachsehen, Stichwort Lohndumping!

Und außerdem wird auch der Überfremdung Vorschub geleistet, auch wenn es sich um autochthone Europäer handelt. Es zeigt sich an diesem Beispiel wieder einmal, daß die Wirtschaft kein Vaterland kennt, nur den Profit – und der muß fast um jeden Preis maximiert werden.

Daß dabei die EU-Staaten, denen die Arbeitskräfte weggenommen werden, in Zukunft noch weniger Chancen haben, wieder auf die Beine zu kommen, interessieren Leitl & Co. wohl nicht, obwohl man doch immer davon spricht, daß Österreich auf Exporte in diese Staaten angewiesen sei. Aber was passiert dann, wenn dort die Kaufkraft noch weiter schwindet? Damit steht es – dank ihrer drei Eigentore – 0:3 gegen Österreich, Herr Leitl!
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Kalenderblatt Datum: 19. Juni 2012
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in:
Politik
  Wirtschaft
  Soziales
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