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Zeitgeist hui, Volkskultur pfui: Kulturförderung in der Steiermark

19.07.2014, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/234_Zeitgeist_hui_Volkskultur_pfui_Kulturfrderung_in_der_Steiermark
 
Freilichtmuseum in Stübing: Wenn Erfolg nicht gefördert wird
Freilichtmuseum in Stübing: Wenn Erfolg nicht gefördert wird
Das Freilichtmuseum in Stübing nördlich von Graz ist eines der erfolgreichsten und gleichzeitig wohl für die öffentliche Hand billigsten Museen dieses Landes. Jährlich erwartet man dort über 60.000 Besucher, die in die Vergangenheit eintauchen. Das Land Steiermark ziert sich bei den Förderungen. Eine Zuganbindung ist noch immer nicht realisiert. Was läuft in der Kulturförderung falsch?
Kultur ist ein Ausdruck des Menschen. Die Mehrheit der Österreicher wohnt in ländlichen Gegenden, womit die Volkskultur seit jeher einen wichtigen Beitrag zur Identifikation mit der Heimat leistet. Es ist scheinbar der herrschenden Politik nicht so leicht zu vermitteln, wie wichtig eine Verankerung des Einzelnen in seiner Region ist. Lediglich, wenn es um den Steuerausgleich mit dem Bund geht, beklagt man die Abwanderung der Menschen aus den ruralen Gegenden und Gemeinden. Logisch: dann rinnt nämlich den Gemeinden Steuergeld Geld durch die Finger.

Kein Geld für effektive Werbemaßnahmen

„Generell hat Volkskultur bei uns aber keinen hohen Förderstellenwert, uns zahlt man ja nicht einmal eine Brandmeldeanlage“, sagt der Museumsdirektor Pöttler, und das, „obwohl die Volkskultur 80 Prozent der Bevölkerung repräsentiert“. Der Budgetbeitrag wird zu 50 Prozent durch die öffentliche Hand bestritten, die andere Hälfte wird durch Einnahmen aufgebracht.

Eigentlich ein für eine Kultureinrichtung sehr gute Quote, wenn man bedenkt, wie defizitär und niemals lebensfähig viele andere, weitaus größere und besser beworbene Einrichtungen bilanzieren. So sagt Pöttler, dass er ein Problem mit der Vermarktung hat: „Stübing kennt jeder im Großraum Graz, darüber hinaus aber kaum jemand. Unser Marketingbudget beträgt 50.000 bis 80.000 Euro. Das ist zu wenig“.

Keine Event-Unkultur

Das Museum bleibt seinen Wurzeln treu, will sich nicht verkaufen; keine Christkindlmärkte veranstalten oder Ähnliches. Kein Kommerz also. Bodenständig und bedächtig, wo findet man das noch? Diese konservative Einstellung trägt vermutlich dazu bei, bei Verantwortlichen in puncto Finanzierung bzw. Investitionen in Infrastruktur eher auf taube Ohren zu stoßen.

Dass bei neu errichteten Einkaufszentren (Graz hat mit die höchste Dicht an Einkaufsflächen in Europa) sofort eine Anbindung an öffentliche Buslinien mit guter Taktung eingerichtet wird, ist selbstverständlich. Bei einem Museum, das die kulturelle Vielfalt Österreichs als gewachsenen, jahrhundertealten ländlichen Kulturraum hautnah und echt zeigt, gibt es dies nicht.

Die Förderungen in Zahlen

Die Förderung des Landes Steiermark für die Volkskultur betrug 2012 3,9 Millionen Euro, davon entfielen auf das Freilichtmuseum in Stübing exakt 350.000 Euro (nur zum Vergleich: Das Kunsthaus in Graz erhält vom Land jährlich 930.000 Euro). Für „Allgemeine Kultur-Förderungen“ (also alles andere) wendete das Land knapp über 10 Millionen Euro auf.

Man sieht, wo die Prioritäten liegen; gerade für die doch so ländlich geprägte Steiermark ein Zeichen verfehlter Kulturförderpolitik.

Brauchtum und Verwurzelung sind in diesen Tagen zwar wieder im Kommen, jedoch scheint dies von der Politik kritisch bis ablehnend beäugt zu werden, weswegen das Füllhorn besser über andere, modernere Projekte ausgegossen wird.
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Kalenderblatt Datum: 19. Juli 2014
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in:
Gesellschaftspolitik
  Kultur
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