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Von Atombomben und Trachtenmenschen: Das „Aufsteirern“ in Graz

18.09.2013, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/160_Von_Atombomben_und_Trachtenmenschen_Das_Aufsteirern_in_Graz
 
"Trachtenmenschen": Die beiden sehen sich sicher nach der "Wiedergeburt des Nationalsozialismus"
"Trachtenmenschen": Die beiden sehen sich sicher nach der "Wiedergeburt des Nationalsozialismus"
Dieses Jahr fand das Volksfest „Aufsteirern“ bereits zum 12. Mal statt. Drei Tage wird die steirische Landeshauptstadt mit uriger Kleidung, Musik und Tanz ausgefüllt. Ein angenehmer Ausgleich zum Alltag ist es allemal. Jedoch wird jedes Jahr die Frage aufgeworfen, ob mehr hinter der Fassade dieses mittlerweile großangelegten Festes steckt.
Jährlich strömen über 100.000 Besucher nach Graz, um eines der größten Volksfeste in der Alpenrepublik zu genießen. Einmal im Jahr, so denken sich viele, ist es nicht verkehrt, in Tracht zu erscheinen und gemeinsam mit Freunden und Familie schöne Tage zu verbringen. Das liest sich wie ein Verpackungstext. Und doch scheint es für viele Menschen den Kern zu treffen.

„Trachtenmenschen mit NS-Sehnsucht“

Ob nämlich, wie alljährlich der „Standard“ zu ergründen, wenn nicht anzuhängen versucht, eine Hitler-Reinkarnation zu erkennen ist, darf mehr als bezweifelt werden. Listig führt der Bericht dieser progressiven klopapierfarbenen Schundzeitung – ganz zufällig ausgewählte – Stimmen an, die der FPÖ oder dem BZÖ das Wort reden.

Die Suggestion ist eindeutig: „Trachtenmenschen“, wie der Redeakteur, Walter Müller, die Teilnehmer am „Aufsteirern“ nicht ohne Häme bezeichnet, sammeln sich in der Stadt der Volkserhebung, stellen ihre Rückwärtsgewandtheit mit Stolz zur Schau und sehnen sich nach Parteien, die man de facto eh schon als die Wiedergeburt des Nationalsozialismus betrachtet.

So viel zum „Standard“ und dem Verständnis, das diese Zeitung für Ländlichkeit, Regionalität und Heimat aufbringt. Das kommt eben davon, wenn man vor lauter Urbanität den Blick für andere Gegenden des Landes verliert. Da die Medienhäuser in Wien stehen, reicht der Horizont dieser weltfremden, linken Medienclique scheinbar nicht mal bis in den Vorort Perchtoldsdorf.

Soziale Sanktionierung der Trachtenträger

Gerade im kleinen Kreis, von der Familie angefangen, über seine umliegende Gemeinde und seinem Bundesland, eben über diese Kleinstrukturiertheit ist dieses Land und damit der Großteil der Bevölkerung groß geworden. Dieser Realität verweigern sich die Kosmopoliten wie sie im „Standard“ beheimatet sind – Leser wir Redakteure.

Dass die Tracht so weit zurückgedrängt wurde, hat nämlich auch etwas mit dem Zeitgeist zu tun, den solche Zeitungen mit allen Mitteln fördern. Es ist anzunehmen, dass viele Menschen diese althergebrachte Kleidung auch im Alltag öfters anlägen, wenn es nicht gesellschaftlich stigmatisiert wäre.

Da gilt es nämlich einzuhaken: nicht das Nazi-Geseier verkorkster Pressehäuser ist von Belang, sondern das Heimisch-Fühlen der Bevölkerung, die zwar einmal im Jahr die Tracht schlüpft, aber doch irgendwo das Gefühl hat, dass es für das tägliche Auftreten unpassend sei. Daran gilt es zu arbeiten, vor allem politisch.

Jeans hui, Lederhosen pfui?

Wir brauchen auch hier einen Gesinnungswandel, da die Menschen massiv und planmäßig von ihrer eigenen Kultur entfremdet wurden. Niemand stößt sich an Jeans, ein US-Import (wie könnte es anders sein), aber seit ´45 wird den Leuten Tradition, Gesang, die Volkskultur, einfach das Bodenständige, zielgerichtet ausgetrieben. Fremde, hereinströmende Kulturen sollen subventioniert und gefördert werden, für die eigene Volkskultur hingegen soll man sich dann doch ein bisserl genieren.

Das sieht man im Übrigen auch institutionell: die Wissenschaftsdisziplin der Volkskunde wurde in Österreich destruiert, weithin wurde sie irgendwo subsumiert, nicht ganz ernst genommen und als verstaubte alte Truhe abgetan.

Die ganze Welt soll neben überall gleich konstruierten McDonalds-Filialen, iPads und Levis-Hosen geformt sein. Wie auch die Musikgruppe „Rammstein“ kokett in ihrem Lied „Amerika“ darstellen. Ganz natürlich geht der Geist im Gleichschritt mit. Eine fatale Entwicklung. Niemand fragt, weshalb man die Kleidung von Cowboys anzieht, also die Jeans, aber bei den Lederhosen wird nachgebohrt und eine Nazi-Affinität übel unterstellt. Das hat System.

Bomben für die „Trachtenmenschen“

Auf die Spitze getrieben hat die Anti-Volkskultur außer der Schmierenpresse auch noch ein ehemaliger SPÖ-Gemeinderat aus Graz, Stefan Parzer: „Aufsteirern, das: Festivität in Graz, wo eine taktische Atombombe in der Grazer Innenstadt keinen Unschuldigen töten würde.“ Nachdem er seine Aussage abermals bekräftigte, musste er zurücktreten.

Das Mediengeheul wäre unbeschreiblich gewesen, hätte dies ein konservativer Politiker bspw. über Ausländer gesagt. Wie laut hätte wohl auch ein Parzer aufgeschrien? Na ja, wären eh nur ein paar Österreicher gewesen, die alten Zeiten nachhängen, wird er sich gedacht haben. Wer weiß, was Redakteure wie ein Herr Müller vom „Standard“ insgeheim unterschreiben würden.

Verkitschung als Problem

Andere Stimmen, die durchaus berechtigt sein mögen, sind jene, die eine Kommerzialisierung dieses Festes konstatieren. Es scheint, als wären 100.000 Besucher noch immer zu wenig und das, obwohl man jedes Jahr die Veranstaltungszone ausweitet. Zudem hat der Veranstalter hat drei Tage Programm, wo die ersten zwei Tage immer moderner gestaltet werden. Da kann man mitunter durchaus von Kitsch und Schlagerparade sprechen. Jedoch: den Leuten gefällt es. Richtig traditionell ist dann jeweils der Sonntag gehalten.

Medien als Mühlen des Systems

„Servus TV“ übertrug eine Stunde live am Sonntag, der ORF jedoch tat nichts dergleichen. Geniert man sich im ORF eigentlich nicht dafür, dass ein Privatsender öffentlich rechtliches Fernsehen zum Nulltarif abliefert?

Aber das passt nur all zu gut in die ekelhafte Haltung, im tiefen Inneren die eigene Heimat, das – so es sich jetzt gar frech erdreistet, sich einmal im Jahr in Tracht auf die Straße zu wagen – eigene Volk verabscheut. Federführend sind hierbei gerade die selbsternannten „Qualitäts“-Medien, die die gesellschaftliche und politische Progression jeden Tag weitertreiben.

Mut zu Kultur Tradition

Es ist hoch an der Zeit, den Menschen wieder Mut zur eigenen Kultur und Tradition klar zu machen. Nicht die Besatzerware – nichts anderes waren die Strauß-Jeans nämlich – ist heimisch, sondern die Lederhose. Man darf und soll, so man sich danach fühlt, gerne öfters einen Juchzer in die Luft stoßen. Er wird Widerhall finden.

Und für die Masse ein bisserl Kitsch darf dann auch dabei sein.
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Kalenderblatt Datum: 18. September 2013
Genre-Zuordnung
in:
Gesellschaftspolitik
  Medien
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  Kultur
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