Öffnet neues Fenster: Unterstützen mit deiner Spende auf PayPal.com! Öffnet neues Fenster: Zu den RSS-Feeds Zum Gegenargument-Infobrief anmelden!
Die politisch nicht korrekte Internet-Seite für Österreichs Jugend
  • November 2019 (0)
  • Oktober 2019 (0)
  • September 2019 (0)
  • August 2019 (0)
  • ältere Monate...
Kalender von November 2019 anzeigen Dezember 2019 Kein Termin nach diesem Zeitpunkt vorhanden
 
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5
Termine ab heute:
Keine unmittelbaren Termine in dieser Zeit.
www.gegenargument.at » Blog » Textbeitrag

Sultan Erdogan und die europäischen Polit-Hampelmänner

06.07.2013, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/155_Sultan_Erdogan_und_die_europischen_Polit-Hampelmnner
 
Sultan Erdogan: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“
Sultan Erdogan: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“
Besser hätte es aus Sicht eines vernünftigen Europäers ja nicht laufen können… in der Türkei wird die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten! Das gibt den Europäern zumindest ein wenig Aufschub, was den Beitritt dieses nicht-europäischen Landes betrifft. Den aber einige Wirtschaftsbosse und deren Polit-Hampelmänner noch immer mit Schaum vor dem Mund erwarten.
Etwas befremdlich klingt es, wenn der türkische Außenminister Davutoglu verkündet, die jüngsten Protestniederschlagungen in der Türkei seien ein „Zeichen gesunder funktionierender Demokratie“. Menschen mit anderer Meinung zusammentreten zu lassen, ist also für Erdogans Vertreter demokratisch erstrebenswert.

Großes türkisches Mundwerk

Die türkischen Politiker fallen – wie ihre übrigen Landsmänner – immer mit großem Mundwerk und Kritik an allen, außer sich selbst, auf. Davutoglu sieht den Weg der Türkei in die EU als „unumkehrbar“. Es ist einfach bezeichnend für dieses Land: überall wo Vertreter der Türkei ihren Mund aufmachen, muss greift man sich als Europäer auf den Kopf.

Sie behandeln EU-Länder wie Fußabstreifer, und für jede, eigentlich berechtigte Kritik am Osmanenstaat, erntet man Kaltschnäuzigkeit ohne Ende. Und der (noch denkende) Bürger stellt sich die Frage: wer tritt hier eigentlich wem bei? Sie fordern, verlangen und drohen. Und unsere Polit-Hampelmänner kriechen ihnen sonst wo hin...

Brüsseler Feigheit

Dass Erdogan versucht, das Land in einen totalitären Islamistenstaat zu verwandeln, ist ja schon länger kein Geheimnis. Die EU sieht kritiklos zu, im Gegenteil lobt man noch die guten wirtschaftlichen Beziehungen und arbeitet unverdrossen am Beitritt des kleinasiatischen Landes.

Unangenehme Themen, wie Zypern, den Genozid an den Armeniern oder Integrationsprobleme ausgewanderter Türken werden von der Diskussion einfach ausgeklammert. Ebenso wird wohl die Niederschlagung der Proteste – ob von anderer Hand inszeniert oder nicht – für die Türkei nur kurzfristig ein Hindernis für den Vollbeitritt sein. Man stelle sich einen solchen Umgang mit Regierungsgegnern in Ungarn oder Russland vor. Nicht enden würde das Gekreische.

Erdogans Kalkül als Warnsignal für Europa

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Erdogan wurde 1998 aufgrund dieser Aussagen zu zehn Monaten Haft und lebenslangem Politikverbot verurteilt.

Als seine AKP 2002 die Parlamentswahlen überragend gewann, wurde die Verfassung geändert, sein Politikverbot aufgehoben und Erdogan 2003 zum Ministerpräsidenten. Kaum zu glauben, dass ein erwachsener Islamist binnen 5 Jahren seine Meinung grundlegend ändert. So ließ Erdogan gleich mal das Menschlichkeitsdenkmal in der Stadt Kars niederreißen, das an den Völkermord an den Armeniern erinnern sollte. Auch will der „Geläuterte“ die Todesstrafe (wieder) einführen. Die Abtreibung bezeichnet er als Mord und er hat den Alkoholkonsum auf Universitätsgeländen verbieten lassen.

Vielmehr fühlt man sich an seine Aussagen von vor 1998 erinnert, nur auf den Zug der Demokratie aufspringen zu wollen, um ans eigentliche Ziel zu kommen. Und das scheint eher ein neues osmanisches Reich zu sein.

Selbstbewusstsein nicht zu verurteilen

Das alles sei den Türken aber unbenommen. Im Gegenteil könnten sich unsere Polit-Kasperl eine Scheibe vom Selbstbewusstsein der Türken abschneiden. Und es ist Erdogan für seine Sache auch nicht zu verübeln, den EU-Beitritt für seine Zwecke und seinen Vorteil vorantreiben zu wollen.

Es sind unsere Politik-Hampelmänner, die von der Wirtschaft getrieben fast tagtäglich in die Knie gehen und für einen Türkei-Beitritt großzügig über alle Verfehlungen hinwegsehen, nur um ihren Herren einen weiteren Gefallen zu tun. Vollkommen ohne Bedeutung, dass die Türkei noch nicht mal im 20. Jahrhundert angekommen, mit Sultan Erdogan den Rückwärtsgang eingelegt hat.
Beitrags-Servicebereich
Kalenderblatt Datum: 6. Juli 2013
Genre-Zuordnung
in:
Europa
Adresse des Beitrag Adresse des Beitrags
Beitrag kommentieren Beitrag kommentieren
Als eMail weiterleiten Als eMail weiterleiten
TrackBack: Austausch TrackBack-URL anfordern
 
Suchen im Blog
Informationen
Aktuelle Umfrage
Politische Korrektheit
Glauben Sie, daß politisch korrekte Bezeichnungen für Minderheiten (etwa Sinti und Roma statt Zigeuner) diese besser in den Alltag integrieren (z.B. am Arbeitsplatz, im Straßenbild)?
Ja, sicher!
26% 
Ich weiß nicht.
3% 
Nein, kompletter Blödsinn!
71% 
Ist Zwang ein gutes Mittel, um positiv für die eigene Sache zu werben (z.B.verordnete Quoten für Frauen und Ausländer)?
Ja, sicher!
25% 
Teils, teils.
6% 
Nein, keinesfalls!
69% 
Zitat
„Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen.”
George Bernard Shaw (1856 – 1950)