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Politische Säuberung im Kinderbuchregal

31.01.2013, Beitrag in:
 
Permalink: http://www.gegenargument.at/texte/122_Politische_Suberung_im_Kinderbuchregal
 
Geht Pippi Langstrumpf bald nur noch politisch korrekt an Bord?
Geht Pippi Langstrumpf bald nur noch politisch korrekt an Bord?
Ob „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preussler oder „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren – beide Kinderbücher werden auf Befehl ihrer bundesdeutschen Verlage politisch korrekt umgeschrieben, wobei „belastete“ Wörter wie „Neger“ oder „Negerlein“ verschwinden sollen. Der nächste Schritt dürfte „gendergerechte“ Sprache sein.
In einer Art und Weise, die schon an die Vorgangsweise der „Reichsschriftkammer“ erinnert, werden im deutschen Sprachraum zunehmend literarische Texte umgeschrieben und zensiert. Auch Bücher wie Daniel Defoes Abenteuer-Geschichte „Robinson Crusoe“, Victor Hugos Roman „Notre Dame de Paris“, Hermann Melvilles „Moby Dick“oder Jonathan Swifts „Gulliver“ stehen auf der schwarzen Liste der politisch korrekten Zensoren, die dem Leser keinerlei Urteilsvermögen zubilligen und ihn offensichtlich für so blöd halten, daß er traditionelle Begriffe wie „Neger“ oder „Zigeuner“ ausschließlich abwertend verstehen könne.

Durchgeknallte BRD-Ministerin

Wie skurril das wird, zeigt die bundesdeutsche Familienministerin Kristina Schröder. Sie gibt an, beim Vorlesen von Michael Endes Roman „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ aus einem „Negerlein“ „ein Baby mit schwarzer Hautfarbe“ zu machen. In Schröders Neusprech hört sich das dann so an – zuerst aber im Original:

„(…) Es kommt eines Tages ein Paket an. Man öffnet es: ‚Ein Baby!‘, riefen alle überrascht, ‚ein schwarzes Baby! (…) Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein‘, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.“

Frau Schröder würde übersetzen:

„(…) ‚Ein Baby!‘, riefen alle überrascht, ‚ein schwarzes Baby! – ‚Das dürfte vermutlich ein Baby mit schwarzer Hautfarbe sein‘, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.“

Man braucht von dem Text nicht mehr zu kennen, um zu bemerken, wie schwachsinnig diese Umformulierung ist. Die Orwellsche Sprachregelung bzw. die Zensur der politisch korrekten Dogmatiker geht davon aus, daß automatisch jeder Gebrauch von Begriffen wie Zigeuner oder Neger abwertend und diskriminierend ist.

Kritik von Schriftstellern und Politikern

In dem Drang einerseits, alle gleichmachen zu wollen, andererseits aber auch gleichzeitig konstruierte Opferklischees aufrechterhalten zu müssen, versucht man, die Welt ganz nach dem extrem eingeschränkten und intoleranten Maßstäben der politischen Korrektheit umzuwandeln. Zumal selbst Vertreter aus den eigenen Reihen hier völlig anderer Ansicht sind!

Die linke Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger sagt dazu nur: „Ein Unfug! In die Erwachsenenliteratur würde man nie so reinpfuschen (glaubt sie – die Wahrheit sieht anders aus – siehe Dante „Die göttliche Komödie“, die zu „antisemitisch“ sei). Die Autorin weiter: „Das zeigt, daß Kinderliteratur für viele nicht mehr ist als eine Pädagogikpille, eingewickelt in ‚Geschichterlpapier‘ ist.“ Sie hält es mit Kurt Tucholsky, der einmal gesagt hat: „Mit zehn Fingern auf der Schreibmaschine läßt sich die Welt nicht verändern.“ Man kann aber flankierende Maßnahmen setzen.

Manche Politiker gegen Manipulationen

Und die frühere Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) meinte: „Wir fangen ja auch nicht an, Goethe oder Schiller umzuschreiben.“ Der kulturpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Börnsen, sagte, es sei nicht angebracht, Formulierungen in der Kinderliteratur „im Sinne des Zeitgeistes zu glätten“, auch wenn in vielen Märchen und klassischen Kinderbüchern Gewalt verherrlicht würde und bestimmte Minderheiten diskriminiert würden.
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Kalenderblatt Datum: 31. Jänner 2013
Genre-Zuordnung
in:
Gesellschaftspolitik
  Linke Biotope
  Bildung
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